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Text kopiert aus: Schweizer Tierschutz STS

Inseratehandel mit Tieren im Internet
Die Online-Seuche

Mehrere zehntausend Verkaufsangebote für lebende Tiere, darunter auch ein grosser Anteil an unseriösen und betrügerischen Angeboten, finden sich laufend auf Schweizer Gratisinserate-Plattformen. Eine umfassende Recherche des Schweizer Tierschutz STS zeigt einen eigentlichen Tier-Inserate-Wildwuchs. Zum Schutz der Tiere und auch zum Schutz argloser Nutzer fordert der STS konkrete Massnahmen von den Betreibern der Online-Plattformen.

Der Schweizer Tierschutz STS hat im Mai 2012 Inserate in den Kategorien Hunde, Katzen, Wildtiere und Heimtierzubehör auf insgesamt 19 Online-Plattformen analysiert und dokumentiert. Besonders problematisch zeigte sich die Situation bei den Hunde-Inseraten. So waren von 1377 untersuchten Angeboten 37% unseriös und 49% fragwürdig, bei 3% handelte es sich klar um Betrugsversuche. Lediglich 11% der Hunde-Inserate konnten als seriös eingestuft werden. Auffallend viele unseriöse Angebote fanden sich bei Inseraten für "Mode-Tiere" (z.B. Mops, Chihuahua, Bengalkatze) sowie bei Verkaufsangeboten für Vögel (Papageien). Auch werden kupierte Hunde (in der Schweiz illegal), verbotene Erziehungshilfsmittel ebenso wie extrem kleine Vogel- und Nagerkäfige angeboten, in denen hierzulande legal gar keine Tiere gehalten werden dürfen.

Betrügerisch, unseriös, illegal
Die Plattform-Anbieter unternehmen viel zu wenig, um problematischen Inseraten einen Riegel zu schieben. Jeder, der über eine E-Mail-Adresse verfügt, kann ein Inserat aufschalten, ohne dass seine persönlichen Daten verifiziert würden. Dieser Umstand ermöglicht nicht nur Betrögern, mittels sogenannter "Kamerun-Inserate" ihre Opfer unter gutgläubigen Tierfreunden zu finden, sondern öffnet auch dem tierschutzwidrigen internationalen Tierhandel Tür und Tor. Skrupellose, oft ausländische Tierhändler verkaufen Hunde und Katzen aus verantwortungsloser Massenproduktion oder Wildfänge bedrohter Arten mit gefälschten Papieren in die Schweiz. Die Leidtragenden sind die Tiere, aber auch ahnungslose Käufer, die sich im unübersichtlichen, von betrügerischen, illegalen und unseriösen Angeboten durchseuchten Inserate-Dschungel zurechtfinden müssen.

Verantwortung wahrnehmen
Der Schweizer Tierschutz STS fordert die Betreiber von Online-Inserateplattformen auf, endlich ihre Verantwortung gegenüber den Nutzern und zum Schutz der Tiere wahrzunehmen, indem sie Anbieteradressen überprüfen, ausländische Tierinserate sperren, Inserate auf unseriöse und illegale Inhalte überprüfen und Warnhinweise schalten. Der STS wird die Betreiber kontaktieren um mit ihnen eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Sollten diese Bemühungen scheitern, wird der STS auf eine gesetzliche Beschränkung des Online-Tierhandels drängen.
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